Altersschätzung nach System
Eyedropper ca. 1884 - 1920
Safety Sicherheitshalter ca. 1903 - 1940
Hebelfüller (Schlauch) ca. 1912 - 1956
Druckfüller (Schlauch) ca. 1916 - 1958
Vacuumfüller ca. 1932 - 1942
Kolbenfüller ca. 1929 - heute
Patronenfüller ca. 1935 - heute

Eyedropper, Waterman Regular 1883
Umsteckfüller oder Eyedropper die einfachste und eine der frühesten Formen des Füllhalters. Um Ihn zu füllen wird das Kopfstück abgeschraubt und der Schaft senkrecht gehalten mit der Pipette gefüllt. Das Kopfstück wieder aufgeschraubt und geschrieben.

Sicherheitshalter, Safety
Der Halter mit der versenkbaren Feder. Wird mit geöffneter Kappe und eingedrehter Feder mit der Pipette gefüllt. Darf aber mit eingedrehter Feder in gefülltem Zustand nie umgedreht werden! Die Tinte trocknet um die Feder nie aus und der Halter ist mit aufgeschraubter Kappe Auslaufsicher. Leider wurde häufig die Feder verletzt weil versucht wurde die Kappe mit ausgedrehter Feder zu schliessen.

Schlauchfüllsysteme
Unter Schlauchfüllfederhaltern versteht man alle Füllhalter welche als wesentlichen Bestandteil der Mechanik einen Gummischlauch haben. Mittels eines Federbleches wird der Gummischlauch zusammengedrückt. Beim anschliessenden wieder ausdehnen saugt er die Tinte auf. Die Bedienung des Federbleches unterscheidet sich in folgenden Techniken.

- Crescent, z.B. Conklin 1905
Durch einen Spalt im Schaft ragt ein Halbmondförmiges Metallstück welches beim eindrücken den Schlauch zusammendrückt. Gegen versehentliches Betätigen wird der Halbmond durch einen um den Schaft herumliegenden Hartgummiring gesichert.

- Sleeve, z.B. Waterman 1910
Ähnlich wie beim Conklin nur dass der Druckknopf unter einem verschliessbaren Teil liegt.

- Coin, z.B. Watermann 1913
Durch einen im Schaft angelegten Schlitz kann mit einer Münze das Federblech eingedrückt werden.

- Hebelfüller, z.B. Sheaffer 1908, Waterman 1915
In einem Schlitz im Schaft ist ein kleiner Hebel eingelassen. Durch herausklappen dieses Hebels wird im inneren ein Federblech gegen den Gummischlauch gedrückt.

- Druckknopffüller, z.B. Parker 1916
Unter der Schlusskappe befindet sich ein Druckknopf der mit der Blattfeder verbunden ist. Beim eindrücken des Knopfes gleicht das Blech die verkürzte Länge durch eine seitliche Bewegung aus. Diese Bewegung drückt den Tintenschlauch zusammen.

- Stossfüller, z.B. Mont Blanc 1929
Ähnlich wie beim Druckknopffüller nur dass die Schlusskappe nur los und nicht abgeschraubt werden kann. Sie kann daher auch nicht verloren gehen. Bei gelöster Schlusskappe wird diese wie beim Druckknopf eingedrückt.

- Touch Down, z.B. Sheaffer 1950
Bei diesem Schlauchsystem gibt es kein Federblech. Der Schlauch wird durch Luftdruck zusammengepresst. Zieht man das Füllrohr aus dem Schaft füllt sich diese mit Luft. Da der Schlauch in einem darin befindlichen Metallrohr geführt ist kann er sich nicht ausdehnen. Beim zusammenschieben des Füllrohres entwickelt sich kurzzeitig ein Überdruck im inneren des Füllhalters, der den Schlauch zusammendrückt. Beim anschliessenden wieder ausdehnen des Schlauches wird die Tinte angesaugt. Sheaffer hat dieses System 1995 beim Legacy noch mal in seine Produktion aufgenommen.

Kolbenfüllhalter, z.B. Pelikan 100 ab1929
Durch eine Gewindespindel wird eine mit einer Dichtung abgedichtete Kolbenstange im Inneren des Schaftes bewegt. Wenn der Kolben durch den Schaft wieder in seine ursprüngliche Stellung gebracht wird saugt der Füllhalter die Tinte an. Diese Technik wird bei einigen Herstellern noch heute verwendet. z.B. Pelikan Souverän oder Mont Blanc Meisterstück

Vakuumfüller, z.B. Sheaffer , Wahl-Eversharp Waterman 1935
Ein an einer Stossstange befindliches Ventil lässt beim herausziehen die im Schaft befindliche Luft nach vorne ausweichen. Beim Zurückschieben schliesst das Ventil und es bildet sich im Schaft des Halters ein hohes Vakuum. Durch eine Erweiterung im vordersten Teil des Schaftes schliesst das Ventil nicht mehr und das Vakuumkann sich ausgleichen indem es aus dem Tintenfässchen Tinte in den Halter zieht. Da dieses System technisch sehr anspruchsvoll war hat es sich nicht wirklich durchgesetzt.

 

Vacumatic, z.B. Sheaffer ca. 1945
Unter der Schlusskappe am Ende des Schaftes befindet sich ein Druckgestänge welches eine Gummimembrane im inneren des Füllhalters bewegt. Durch ein Steigröhrchen im inneren des Halters füllt sich nach und nach Tinte in den Tintenraum. Durch ca. 7 faches langsames betätigen des Drückers lässt sich etwa doppelt soviel Tinte einfüllen wie bei einem Schlauchfüller

Kappilarfüller, Waterman 1954 Parker 1956
Eine Art Innenschaft ist fest mit dem Kopfteil verbunden. Dieser ist mit saugfähigem Material gefüllt. Stellt man diesen Innenschaft jetzt verkehrt in die Tinte saugt sich dieser mit Tinte voll. Der Füllvorgang benötigt allerdings einige Zeit.

Patronenfüller, 1935-heute
Diese Füllhalter haben den entscheidenden Vorteil, dass das Nachfüllen mit Kunststoff Patronen welche bis zum einsetzen dicht geschlossen sind fast ohne zu Verschmutzen nachgefüllt werden können. Da die Tinte aber immer nur in der gleichen Richtung und sehr langsam durch den Tintenleiter fliesst haben sie stark die Tendenz zu Verstopfen. Heutige Tintenleiter sind zwar dank der verwendeten Thermoplaste, welche eine viel feinere Oberflächenstruktur aufweisen, weniger anfällig aber durch ihre aufwändigeren Kapillar und Lammellenstrukturen tendieren auch diese wieder vermehrt zu Verstopfen.